6. Staffel Filmkunst Abspielring Hessen

filmkunst in hessen

Unser Filmkunst-Abspielring ist ein Netzwerkprojekt zur Förderung der Filmkunst in Hessen. 

Noch bis zum 25. Dezember 2019 läuft unsere diesjährige letzte Filmkunst-Abspielringrunde in insgesamt 14 hessischen Kinos. In der Reihe zu sehen sind:

SYSTEMSPRENGER
Pflegefamilie, Wohngruppe, Sonderschule: Egal, wo Benni hinkommt, sie fliegt sofort wieder raus. Die wilde Neunjährige ist das, was man im Jugendamt einen „Systemsprenger“ nennt. Dabei will Benni nur eines: Liebe, Geborgenheit und wieder bei ihrer Mutter wohnen! Doch Bianca hat Angst vor ihrer unberechenbaren Tochter. Als es keinen Platz mehr für Benni zu geben scheint und keine Lösung mehr in Sicht ist, versucht der Anti-Gewalttrainer Micha, sie aus der Spirale von Wut und Aggression zu befreien.
Nora Fingscheidts Spielfilmdebüt SYSTEMSPRENGER lief 2019 im Wettbewerb der 69. Internationalen Filmfestspiele Berlin und wurde dort mit dem Silbernen Bären (Alfred Bauer Preis) und dem Preis der Leserjury der Berliner Morgenpost ausgezeichnet. Auf der Sofia International Filmfestival wurde Nora Fingscheidt mit dem Preis für die Beste Regie ausgezeichnet. In Linz eröffnete der Film das Crossing Europe Filmfestival. Auch auf dem 29. Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern war der Film im Frühjahr 2019 Teil des offiziellen Wettbewerbs und gewann neben dem Hauptpreis („Der Fliegende Ochse“) auch den Förderpreis der DEFA-Stiftung, den Preis für die beste Musik- und Tongestaltung im Spielfilmwettbewerb und den FIPRESCI-Preis der deutschsprachigen Filmkritik.„So ist SYSTEMSPRENGER auf der Grundlage eines konsequenten Drehbuchs ein eindringlicher Film, der auf allen Ebenen eindrucksvoll gestaltet und zusammengefügt ist und Verständnis weckt für Kinder, die in einem ständigen Wechsel von Orten und Bezugspersonen keinen Halt finden können und von professionellen Helfern, die ständig an ihre Grenzen geraten.“ FBW-Jury
„Eine Explosion in Pink: Nora Fingscheidts mit einem Silbernen Bären ausgezeichneter Film erzählt von einer gewalttätigen Neunjährigen, die sich nach Geborgenheit sehnt und im Jugendhilfesystem durch alle Raster fällt.“ epd-film – 5 von 5 Sternen
Deutschland 2019 von Nora Fingerscheidt, 119 Min., FSK ab 12
Foto: © Port au Prince

UND DER ZUKUNFT ZUGEWANDT
1952 in der DDR: Die zu Unrecht verurteilte junge Kommunistin Antonia Berger (Alexandra Maria Lara) erreicht nach vielen Jahren in der Sowjetunion das kleine Fürstenberg. Von der sozialistischen Kreisleitung wird sie in allen Ehren empfangen, man kümmert sich um ihre schwer kranke Tochter, gibt ihr eine schöne Wohnung und eine würdevolle Arbeit. Antonia, die dies nach vielen Jahren voller Schmerz und Einsamkeit nicht mehr für möglich gehalten hatte, schöpft neue Hoffnung. Die Solidarität, die sie in dem jungen Land erfährt, erneuert ihren Glauben an die Zukunft im Geiste der Gerechtigkeit. Sie verliebt sich in den Arzt Konrad, der sich gegen das bequeme Leben seiner in Hamburg ansässigen Familie entschieden hat. Antonia gewinnt ein neues Leben und soll dafür einen Preis zahlen: von ihrer Zeit in der Sowjetunion soll sie schweigen. Die Wahrheit, so fürchtet die junge Republik, könnte die so fragile Nation ins Wanken bringen. Antonia wird Teil des Aufbruchs in eine neue und bessere Welt und wird doch stets mit einer Vergangenheit konfrontiert, die nie die ihre war.
Herausragend besetzt, gespielt und inszeniert: UND DER ZUKUNFT ZUGEWANDT ist ein aufwühlendes Stück deutsches Kino, wie es es bisher nicht gab. Regisseur Bernd Böhlich findet Bilder für ein großes Drama der Sprachlosigkeit, die Vergangenheit und Zukunft zu unversöhnlichen Gegenspielern werden lässt. Die Hauptdarstellerin Alexandra Maria Lara spielt die Rolle ihres Lebens, zieht uns in Bann und lässt uns nicht mehr los. Es gelingt ein bis in die Nebenrollen hochkarätig besetzter, hochspannender Film aus dem Innenleben eines uns bis heute verfolgenden Widerspruchs.
Deutschland 2018 von Bernd Böhlich, 108 Min., FSK ab 12
Foto: © Neue Visionen

GLORIA – DAS LEBEN WARTET NICHT
Eigentlich ist Gloria (Julianne Moore) ganz zufrieden mit ihrem Leben: Sie ist Mutter zweier erwachsener Kinder, temperamentvoll, geschieden und nur hin und wieder etwas einsam. Ihre Tage verbringt sie mit einem langweiligen Bürojob, ihre Nächte frei und ungezwungen auf der Tanzfläche von Single-Partys in den Clubs von Los Angeles. In einer dieser Nächte trifft sie Arnold (John Turturro) – genau wie Gloria geschieden und Single. Was wie eine abenteuerliche Bilderbuch-Romanze voller Erotik und Schmetterlingen im Bauch beginnt, muss sich schon bald wichtigen Themen des Lebens wie Familie, Beziehungsfähigkeit und Verbindlichkeit stellen. Ist Gloria bereit für eine neue Liebe, trotz des emotionalen „Gepäcks“, das ein neuer Partner mit in die Beziehung bringt? Oder hält das Leben vielleicht doch noch weitere Überraschungen für sie parat?
USA / Chile 2018 von Sebastián Lelio, 102 Min., FSK ab 0
Foto: © Squareone Entertainment

FRAU STERN
Frau Stern hat viel gesehen in ihrem Leben. Vieles gelebt und überlebt. Viele Männer hat sie geliebt, ein Restaurant geführt und vor allem: viel geraucht. Frau Stern ist 90 Jahre alt, Jüdin und hat die Nazis überlebt. Liebe, das hat sie gelernt, ist eine Entscheidung. Der Tod genauso. Und so entscheidet Frau Stern, dass es nun an der Zeit ist, aus der Welt zu gehen. Doch der Arzt mag ihr keine Hilfe sein, aus der Badewanne rettet sie ein Räuberpärchen und von den Schienen hilft ihr ein Spaziergänger wieder hoch. Der Einfachheit halber würde die resolute Dame gern an eine Waffe kommen. Enkelin Elli, das „Schätzchen“, könnte wohl am besten helfen, denn sie kennt den coolsten Dealer in Berlin-Neukölln. Doch Elli bringt Frau Stern den Tod nicht näher. Im Gegenteil. Die Liebe zwischen Großmutter und Enkeltochter ist so innig, dass Frau Stern irgendwie in den Freundeskreis der jungen Frau gerät, ganz selbstverständlich bei Karaoke-Abenden und Theater-Performances mitfeiert und das so natürlich und respektvoll, wie es nur sein kann. Doch bei aller Lebensfreude, die das Berlin-Neukölln der Gegenwart auch versprühen mag – mit ihrer Entscheidung ist Frau Stern letztlich allein.
Gleichzeitig mit großem Respekt, viel Wahrhaftigkeit und doch auch mit viel Humor von der letzten Entscheidung eines Menschen zu erzählen, ist nichts weniger als eine hohe Kunst. Anatol Schuster gelingt sie. Jeder Einstellung in FRAU STERN ist die Liebe für seine Protagonistin, grandios gespielt von Ahuva Sommerfeld, eingeschrieben, und auch der Mut und die Lust an Überzeichnung und Unterhaltung. Warmes, geistvolles Kino aus Deutschland ist FRAU STERN, zutiefst einfühlsam und absolut bereichernd.
Deutschland 2019 von Anatol Schuster, 79 Min., FSK ab 12
Foto: © Neue Visionen

MEIN LEBEN MIT AMANDA
Sommer in Paris. David, 24 Jahre alt, führt ein unbekümmertes Single-Leben, das er sich mit verschiedenen Jobs finanziert. Gelegentlich schaut er auf einen Sprung bei seiner Schwester und ihrer kleinen Tochter Amanda vorbei. Und da ist noch seine neue Nachbarin Léna, in die er sich verlieben könnte. Doch von einem auf den anderen Tag findet die sommerliche Unbeschwertheit ein Ende. David ist gezwungen, eine große Entscheidung zu treffen und eine noch größere Verantwortung zu übernehmen. Für sein Leben und das seiner siebenjährigen Nichte Amanda. Und die clevere Kleine hat so ihre eigenen Vorstellungen, wie das aussehen soll.
MEIN LEBEN MIT AMANDA von Mikhaël Hers (DIESES SOMMERGEFÜHL) erzählt wunderbar feinfühlig und berührend vom Zueinanderfinden zweier Menschen, die ungleicher nicht sein könnten. Vor allem die schauspielerische Leistung von Vincent Lacoste, einem der Shooting-Stars des jungen französischen Kinos als David, und der jungen Isaure Multrier als Amanda treffen mitten ins Herz des Zuschauers. Ein kleines Filmjuwel!
Frankreich 2018 von Mikhaël Hers, 107 Min., FSK ab 6
Foto: © MFA+

SYNONYMES
„SYNONYMES ist die Geschichte einer Migration, einer Herkunftsverleumdung, ein Parisfilm inklusive einem der urfranzösischsten Themen, der Ménage-à-trois. Der Film ist vieles, vor allem aber anders. Mit einer Melange aus Sprache und Physis feiert Nadav Lapid die Magie des Kinos.“ epd Film – 5 von 5 Sternen
Yoav hat keinen guten Start in Paris. Die Wohnung, an deren Tür er klopft, ist leer. Als er dort ein Bad nimmt, werden seine Sachen gestohlen. Dabei ist der junge Israeli mit höchsten Erwartungen hierher gekommen. Er will so schnell wie möglich seine Nationalität loswerden. Israeli zu sein, ist für ihn eine Belastung, seine Landsleute nerven ihn ebenso wie die Besuche auf der israelischen Botschaft. Franzose zu werden hingegen bedeutet für ihn die Erlösung. Um seine Herkunft auszulöschen, versucht Yoav die Sprache zu ersetzen. Kein hebräisches Wort soll mehr über seine Lippen kommen, stattdessen setzt er alles daran, sein Französisch zu vervollkommnen. Das Wörterbuch wird zum ständigen Begleiter auf seinen ziellosen Streifzügen durch Paris. Halt findet er scheinbar bei Caroline und Emile, einem jungen französischen Paar, mit dem er sich anfreundet. Doch ihr Interesse an seiner Person scheint nicht ganz selbstlos zu sein…
Basierend auf eigenen Erfahrungen erzählt Nadav Lapid hintergründig und mit trockenem Humor von der Schwierigkeit, neue Wurzeln zu bilden. Der Versuch, zu sich selbst zu finden, weckt die bösen Geister der Vergangenheit und existenzielle Abgründe tun sich auf. Eine tragikomische Hommage an die Nouvelle Vague, ein rauschhafter Trip durch das Paris von heute, eine unsentimentale Geschichte über den Versuch, in einem neuen Leben anzukommen. Auf der Berlinale 2019 zeichnete die Wettbewerbsjury unter der Leitung von Juliette Binoche diesen mutigen Film mit dem Hauptpreis, dem Goldenen Bären, aus.
„Ein kluger, oft auch fesselnder Film über Migration, Identität und deren Abhandenkommen. (…) SYNONYMES ist keineswegs ein düsteres Drama über eine Identitätskrise. Die Story ist existenziell, doch Nadav Lapid erzählt sie in einem leichten, „französischen“ Tonfall – mitunter wie einen zeitgenössischen Schelmenroman.“ Filmdienst
Frankreich / Israel / Deutschland 2019 von Nadav Lapid, 123 Min, FSK ab 12
Foto: © Grandfilm

YVES‘ VERSPRECHEN
„Endlich wirft jemand einen anderen Blick auf ein Thema, das in den Medien so allgegenwärtig ist, wie Migration nach Europa. Melanies Neugier und ihre sehr persönliche Art Geschichten zu erzählen haben daraus einen bemerkenswerten Film gemacht.“ International Documentary Festival Amsterdam 2017
Yves sitzt in Spanien fest. Es geht weder vorwärts noch rückwärts. Vor acht Jahren ist er in Kamerun aufgebrochen, um in Europa ein neues Leben zu beginnen. Seitdem hat die Familie nichts von ihm gehört. Die Filmemacherin Melanie Gärtner zeichnet Videobotschaften von Yves auf, reist damit nach Kamerun und trifft dort seine Familie. Bei all der Erleichterung über das Lebenszeichen von Yves werden Erwartungen laut, schließlich hat Yves es ins gelobte Europa geschafft. In den Augen seiner Familie kann nur er ihr Leben zum Besseren wenden. Er darf nicht scheitern, denn eine Rückkehr ist ausgeschlossen.
Deutschland 2018 von Melanie Gärtner, 79 Min., FSK ab 6
Foto: © jip film verleih

GELOBT SEI GOTT
Alexandre lebt mit Frau und Kindern in Lyon. Eines Tages erfährt er per Zufall, dass der Priester, von dem er in seiner Pfadfinderzeit missbraucht wurde, immer noch mit Kindern arbeitet. Er beschließt zu handeln und bekommt bald Unterstützung von zwei weiteren Opfern: François und Emmanuel. Gegenseitig geben sie sich Kraft und kämpfen gemeinsam dafür, das Schweigen, das über ihrem Martyrium liegt, zu brechen.
Ihr Widerstand formiert sich und wird zu einer Lawine, die am Ende nicht mehr aufzuhalten ist …
Die tatsachengetreuen Ereignisse um den Missbrauchsskandal in Lyon hat François Ozon in einem fiktionalen Film verarbeitet. Atemlose Bilder, immer im Wettlauf mit den aktuellen Entwicklungen, verleihen GELOBT SEI GOTT eine emotionale Wucht, der man sich kaum entziehen kann.
Stilsicher und mitreißend erzählt und ausgezeichnet mit dem Großen Preis der Jury auf der Berlinale 2019, ist GELOBT SEI GOTT nicht nur eine erschütternde Bestandsaufnahme der Versäumnisse in der katholischen Kirche, sondern auch ein Plädoyer für Mut und Zusammenhalt.
„Das viele Facetten elegant verdichtende Drama erzählt vom Kampf von Missbrauchsopfern eines Priesters um Gerechtigkeit: weniger ein Film gegen Kirche und Katholizismus als über das zivile Aufbegehren gegen institutionalisierte Verantwortungslosigkeit.“ epd-film
Frankreich / Belgien 2018 von Francois Ozon, 137 Min., FSK ab 6
Foto: © Pandora

Unser Programmflyer für diesen Abspielring können Sie hier einsehen und downloaden

Und wann die Filme in welcher Abspielwoche in welchem Kino zu sehen sein werden, gibt es hier…

In unserer ersten Runde im neuen Jahr sind vornehmlich Persönlichkeiten zu sehen, die sich gegen verkrustete Strukturen zur Wehr setzen, komisch-dramatisch, poetisch und bildgewaltig:

Deutschstunde
„DEUTSCHSTUNDE von Christian Schwochow ist die kongeniale Umsetzung der berühmten Romanvorlage von Siegfried Lenz und erzählt auf eindringliche Weise von Deutschland in der NS-Zeit und der Rolle, die bedingungslose Pflichterfüllung darin spielte.“ (fbw-filmbewertung.de)
Deutschland, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Der Jugendliche Siggi Jepsen (Tom Gronau) muss in einer Strafanstalt einen Aufsatz zum Thema „Die Freuden der Pflicht“ schreiben. Er findet keinen Anfang, das Blatt bleibt leer. Als er die Aufgabe am nächsten Tag nachholen muss, diesmal zur Strafe in einer Zelle, schreibt er wie besessen seine Erinnerungen auf. Erinnerungen an seinen Vater Jens Ole Jepsen (Ulrich Noethen), der als Polizist zu den Autoritäten in einem kleinen norddeutschen Dorf zählte und den Pflichten seines Amtes rückhaltlos ergeben war. Während des Zweiten Weltkriegs muss er seinem Jugendfreund, dem expressionistischen Künstler Max Ludwig Nansen (Tobias Moretti), ein Malverbot überbringen, das die Nationalsozialisten gegen ihn verhängt haben. Er überwacht es penibel, und Siggi (Levi Eisenblätter), elf Jahre alt, soll ihm helfen. Doch Nansen widersetzt sich – und baut ebenfalls auf die Hilfe von Siggi, der für ihn wie ein Sohn ist. Der Konflikt zwischen den beiden Männern spitzt sich immer weiter zu – und Siggi steht zwischen ihnen. Anpassung oder Widerstand? Diese Frage wird für Siggi entscheidend…
Deutschland 2019 von Christian Schwochow, mit Levi Eisenblätter, Ulrich Noethen, Tobias Moretti, u.a., 125 Min., FSK ab 12
© Centralfilm

Zwingli – Der Reformator
„Ein flammendes Plädoyer für aufgeklärtes Denken und gegen religiösen Fanatismus.“ (programmkino.de)
Zürich im Jahr 1519. Die junge Witwe Anna Reinhart (Sarah Sophia Meyer) führt ein karges Leben zwischen Gottesfurcht und Sorge um die Zukunft ihrer Kinder, als die Ankunft eines Mannes in der Stadt für Aufruhr sorgt: Der junge Priester Ulrich Zwingli (Max Simonischek) tritt seine neue Stelle am Zürcher Grossmünster an und entfacht mit seinen Predigten gegen die Missstände in der Katholischen Kirche heftige Diskussionen. Seine revolutionären Gedanken machen Anna Angst. Als sie aber beobachtet, wie Zwingli Nächstenliebe lebt und nicht nur predigt, gerät sie mehr und mehr in seinen Bann. Doch Zwinglis Erfolg wird rasch gefährlich. Seine Ideen lösen beinahe einen Bürgerkrieg aus und es entbrennt ein Kampf um Macht und Deutungshoheit. Als sich die katholischen Kräfte international zu formieren beginnen, wird die Beziehung von Zwingli und Anna auf eine harte Probe gestellt.
Schweiz, Deutschland 2018 von Stefan Haupt, mit Max Simonischek, Sarah Sophia Meyer, Anatole Taubman, u.a., 128 Min., FSK ab 12
© W-Film

Gott existiert, ihr Name ist Petrunya
„Feministisch-burleske Komödie um eine arbeitslose Historikerin aus Nordmazedonien, die sich gegen die ehernen Traditionen auflehnt und mit Charme und Chuzpe umwertet.“ (filmdienst.de)
Sag ihnen, du bist 24!“, rät die Mutter, als sie ihre Tochter wieder einmal zu einem Vorstellungsgespräch schickt. Doch Petrunya ist 32 und hat dazu noch eine Wissenschaft studiert, die in Mazedonien niemand braucht: Geschichte. So sitzt sie vor dem potenziellen Arbeitgeber, einem Fabrikbesitzer, der von oben herab auf ihr geblümtes Kleid schaut und sie zu dick und zu alt findet. Auf dem Heimweg – den Job hat sie natürlich nicht bekommen – springt Petrunya ins kalte Wasser.
Es ist Dreikönigstag, und wie jedes Jahr tauchen die jungen Männer der Stadt nach dem heiligen Kreuz, das der Priester in den eisigen Fluss wirft. Doch diesmal ist Petrunya die Schnellste und hält die Trophäe in die TV-Kameras. Die Hölle bricht los, und ihre vermeintliche Heldentat ist ein waschechter Skandal. Aber Petrunya hält das Kreuz fest. Sie hat es gewonnen und wird es nicht aufgeben.
Mazedonien/ Belgien/ Frankreich/ Kroatien/ Slowenien 2019 von Teona Strugar Mitevska, mit Zorica Nusheva, Labina Mitevska, Simeon Moni Damevski, u.a., 100 Min., FSK ab 12
©jip film & verleih

Porträt einer jungen Frau in Flammen
„Reicher, klüger und beglückender ist Kino selten gewesen.“ (Der Spiegel)
Ein ungewöhnlicher Auftrag führt die Pariser Malerin Marianne (Noémie Merlant) im Jahr 1770 auf eine einsame Insel an der Küste der Bretagne: Sie soll heimlich ein Gemälde von Héloïse (Adèle Haenel) anfertigen, die gerade eine Klosterschule für junge adelige Frauen verlassen hat und bald verheiratet werden soll. Denn Héloïse weigert sich, Modell zu sitzen, um gegen die von ihrer Mutter (Valeria Golino) arrangierte Ehe zu protestieren. So beobachtet Marianne Héloïse während ihrer Spaziergänge an die Küste und malt abends aus dem Gedächtnis heraus ihr Porträt. Langsam wächst zwischen den eindringlichen Blicken eine unwiderstehliche Anziehungskraft…
In wunderschönen Bildern, die selbst Gemälde sein könnten, erzählt die renommierte Regisseurin Céline Sciamma (WATER LILIES, TOMBOY) eine unglaublich feine Liebesgeschichte und formt zugleich ein kraftvolles, modernes Statement über die Situation der Frau über die Jahrhunderte hinweg – mit zwei brillanten Hauptdarstellerinnen Noémie Merlant (DIE SCHÜLER DER MADAME ANNE) und Adèle Haenel (DIE BLUMEN VON GESTERN, 120 BPM). Der Publikums- und Kritikerliebling in Cannes, ausgezeichnet für das beste Drehbuch!
Frankreich 2019 von Céline Sciamma, mit Noémie Merlant, Adèle Haenel, Valeria Golino, 119 Min., FSK ab 12
© Die Filmagentinnen

Lara
„Atmosphärisch dicht, visuell verspielt sowie bestens besetzt bis in die Nebenrollen, entsteht ein packend intensives Drama, das ein Klassiker-Thema mit erstaunlicher Leichtigkeit samt gelungener Wendungen präsentiert.“ (programmkino.de)
Es ist Laras sechzigster Geburtstag, und eigentlich hätte sie allen Grund zur Freude, denn ihr Sohn Viktor gibt an diesem Abend das wichtigste Klavierkonzert seiner Karriere. Schließlich war sie es, die seinen musikalischen Werdegang entworfen und forciert hat. Doch Viktor ist schon seit Wochen nicht mehr erreichbar und nichts deutet darauf hin, dass Lara bei seiner Uraufführung willkommen ist. Kurzerhand kauft sie sämtliche Restkarten und verteilt sie an jeden, dem sie an diesem Tag begegnet. Doch je mehr Lara um einen gelungenen Abend ringt, desto mehr geraten die Geschehnisse außer Kontrolle.
Deutschland 2019 von Jan-Ole Gerster, mit Corinna Harfouch, Tom Schilling, André Jung, u.a., 100 Min., FSK ab 0
©Studiocanal

Pferde stehlen
„Filmisch ein Gemälde aus Jetzt und Damals, Natur und Ritual, Sprache und Klang“ (Berliner Zeitung)
Die Schönheit Norwegens kann manchmal schmerzen. Dabei sucht Trond nur die Einsamkeit, als er in das kleine Dorf im Wald zieht. In dieser Idylle erkennt er in seinem Nachbarn einen alten Bekannten aus Jugendtagen wieder. Plötzlich sind da all diese Erinnerungen an jenen Nachkriegssommer, als Trond 15 Jahre alt war und mit seinem Vater mehrere Wochen beim Holzfällen im Wald verbrachte. Ein Sommer, in dem er mit einem Freund Pferde stahl und die Liebe entdeckte. Der Sommer, in dem auch ein Kind starb, der Freund verschwand und Geheimnisse seines Vaters ans Licht kamen. Und der Sommer, in dem er seinen Vater das letzte Mal sehen sollte. „Erinnerungen, die das Bewusstsein fluten und den Schmerz bringen – doch als wie stark dieser empfunden wird, entscheidet man selbst.“
Das ist einer der schönsten und seltsamsten Sätze in Per Pettersons Roman „Pferde stehlen“, der in 50 Sprachen millionenfach verkauft wurde. Es handelt sich wohl um das erfolgreichste norwegische Buch aller Zeiten, und der in den USA lebende norwegische Regisseur Hans Petter Moland (EIN MANN VON WELT, EINER NACH DEM ANDEREN, Jussi Adler-Olsens ERLÖSUNG) hat es jetzt mit seinem Lieblingsdarsteller, dem Schweden Stellan Skarsgård in der Rolle des alten Trond Sander, inmitten der atemberaubenden Gebirgs- und Flusslandschaft zwischen Norwegen und Schweden verfilmt.
Bei seiner Weltpremiere im Wettbewerb der Berlinale 2019 wurde PFERDE STEHLEN mit dem Silbernen Bären für eine Herausragende Künstlerische Leistung (Kamera) ausgezeichnet.
Norwegen, Schweden, Dänemark 2019 von Hans Petter Moland, mit Stellan Skarsgård, Jon Ranes, Bjørn Floberg, u.a., 122 Min., FSK ab 12
© MFA – Die Filmagentinnen

Der Glanz der Unsichtbaren
Lady Di, Edith Piaf, Salma Hayek, Brigitte Macron: Die meisten der Besucherinnen des Tageszentrums für wohnungslose Frauen L’Envol nennen sich nach prominenten Vorbildern. Doch das L’Envol, einziger Ankerpunkt ihres prekären Alltags, steht vor der Schließung – nicht effektiv genug, hat die Stadtverwaltung beschieden. Drei Monate bleiben den Sozialarbeiterinnen Manu, Audrey, Hélène und Angélique, um ihren Schützlingen wieder auf die Beine zu helfen. Und die ziehen kräftig mit. Nachdem die Stadt auch noch ein Zeltcamp am Sportplatz räumen lässt, wird das L’Envol zur heimlichen Unterkunft, in der Betreuerinnen und Betreute mit ungeahntem Schwung ganz eigene Wege und Methoden zur Reintegration entwickeln. Tricks, Schwindeleien, alte und neue Freunde: Von jetzt an sind alle Mittel erlaubt …
Frankreich 2018 von Louis-Julien Petit, mit Audrey Lamy, Corinne Masiero, Noémie Lvovsky, u.a., 102 Min., FSK ab 6
© Piffl medien

Das Wunder von Marseille
Hals über Kopf muss der achtjährige Fahim (Assad Ahmed) aus seiner Heimat Bangladesch fliehen. Während seine Mutter und die Geschwister in dem von politischen Unruhen erschütterten Land zurückbleiben, machen sich Fahim und sein Vater Nura (Mizanur Rahaman) ganz allein auf den beschwerlichen Weg nach Frankreich, um dort Asyl zu beantragen. Doch kaum in Paris angekommen, beginnt erneut ein zermürbender Spießrutenlauf. Wo sollen sie eine Unterkunft und der Vater einen Job finden? Und so rückt die ersehnte Aufenthaltsgenehmigung schnell in weite Ferne. Doch dank seiner außerordentlichen Begabung für Schach findet Fahim in Sylvain (Gérard Depardieu) – einem der besten Schachtrainer Frankreichs – einen Förderer und wahren Freund, während Nura unaufhaltsam in die Illegalität abrutscht und untertauchen muss. Als seinem Vater kurz vor der französischen Schachmeisterschaft die Ausweisung droht, hat Fahim deshalb nur noch ein Ziel: Er muss die Meisterschaft in Marseille gewinnen und französischer Champion werden, damit ihre Flucht nicht umsonst gewesen ist.
Frankreich 2019 von Pierre François Martin-Laval, mit Assad Ahmed, Gérard Depardieu, Isabelle Nanty, u.a., 107 Min., FSK ab 12

Unser Programmflyer für diesen Abspielring können Sie hier einsehen und downloaden

Und wann die Filme in welcher Abspielwoche in welchem Kino zu sehen sein werden, gibt es hier…

Die zurzeit teilnehmenden Kinos sind:

Biblis Filminsel, Tel. 06245 30 08 | Büdingen Kino, Tel. 06042 2415 | Dillenburg Gloria , 02771 25302 |   Ginsheim-Gustavsburg Burg Lichtspiele, Tel. 06134 585 311 | Heppenheim Saalbau Lichtspiele, Tel. 062 52 2378 | Karben Cinepark Kino, Tel. 0 60 39 93 26 04 | Kelkheim Kino, Tel. 06195 65 577 | Korbach Cine K, Tel. 05631 56895-0 | Lauterbach Lichtspielhaus, Tel. 0800 080 10 10 | Mörfelden-Walldorf Lichtblick, Tel. 06105 42352 | Neu-Anspach Saalburg-Lichtspiele, Tel. 06081 76 38 | Weilburg Delphi Filmtheater, Tel. 06471 92 26 00 | Witzenhausen Capitol Kino, Tel. 05542 57 47 | Wolfhagen Cinema, 05692 99 50 99 | Zollhaus Kreml-Kulturhaus, Tel. 06430 92 97 24


Im Folgenden alle bereits statt gefundenen Spielrunden im Überblick mit Links zu unseren Flyern:

5. Staffel: 5.9. – 30.10.2019

Der Flyer zur Staffel

4. Staffel: 20.06. – 07.08.2019

In unserer Sommerrunde erstellen wir keine Flyer. Dafür gibt es eine inhaltliche Übersicht mit allen Filminfos…

3. Staffel: 25.04. bis 16.06.2019

Und der Flyer zur Staffel drei

2. Staffel: 28.02. bis 24.04.2019

Unser Infoflyer für diese Runde

1. Staffel 2018: 03.01. bis 27.02.2019

Unser Flyer mit Infos zu den Filmen 

2018

7. Staffel: Laufzeit 15.11.2018 bis 02.01.2019

Unser Flyer mit Infos zu den Filmen hier

6. Staffel: Laufzeit 27.09. bis 14.11.2018

Der Flyer für die Runde 6 gibt es hier

5. Staffel: Laufzeit 09.08. bis 26.09.2018

Unser Flyer für die 5. Staffel mit ausführlichen Beschreibungen zu den Filmen

4. Staffel: Laufzeit 31.05.-25.07.2018

In dieser kleineren Sommerrunde haben wir auf den Flyer leider verzichten müssen. Doch es gibt eine inhaltliche Übersicht!

Unsere Runde 3 lief vom12.04. bis 30.05.2018

Klicken und den Flyer Runde 3 angucken – tolle prämierte Filme gab es zu sehen!

Die 2018 zweite Runde: 22.02. bis 11.04.2018

Flyer Runde 2 in 2018

Runde 1 in 2018: Laufzeit 04.01.-21.02.2018

Unsere Flyer für die 1. Runde 2018

Das Projekt wird befördert aus Mitteln der HessenFilm und Medien GmbH

Ihr Kontakt im Filmbüro

Daniela Fend

+49 (0) 69 219 948 91 fend@film-hessen.de